Lektion 5 von 6 · 7 Min.
Wallets und private Schlüssel
Ein Krypto-Wallet hält keine Coins. Coins sind Einträge auf einer Blockchain. Das Wallet bewahrt auf, was dir erlaubt, über sie zu verfügen: den privaten Schlüssel.
Drei Dinge, die man auseinanderhalten muss
- Der private Schlüssel ist eine lange geheime Zahl, mit der du Transaktionen signierst. Wer ihn hat, kann die Mittel ausgeben.
- Der öffentliche Schlüssel ergibt sich mathematisch aus dem privaten, lässt sich in umgekehrter Richtung aber praktisch nicht berechnen.
- Die Adresse ergibt sich aus dem öffentlichen Schlüssel, und du kannst sie frei weitergeben, so wie du deine IBAN weitergibst. Der Unterschied ist, dass alles, was mit der Adresse verbunden ist, öffentlich sichtbar ist.
Weil sich lange Zahlen schwer abschreiben lassen, zeigen die meisten Wallets sie als Seed-Phrase (Recovery Phrase): meist 12 oder 24 gewöhnliche Wörter. Aus dieser Phrase kann das Wallet alle deine Schlüssel berechnen. Geht ein Gerät kaputt, gibst du die Phrase in ein neues Wallet ein, und der Zugang ist wiederhergestellt. Gibt jemand anderes sie ein, hat auch er Zugang.
Wer hält die Schlüssel?
Verwahrtes Wallet (Custodial): Die Schlüssel hält die Börse. Du meldest dich mit E-Mail und Passwort an, und dein Guthaben ist ein Eintrag in ihren Aufzeichnungen. Ein vergessenes Passwort lässt sich zurücksetzen, aber du hängst vom Unternehmen ab: von dessen Zahlungsfähigkeit, Ehrlichkeit und Regeln. Beispiele sind die japanische Börse Mt. Gox, die 2014 nach dem Verlust einer großen Menge Bitcoin den Betrieb einstellte, und FTX, das im November 2022 zusammenbrach. Die Kunden warteten jahrelang und hingen von Insolvenzverfahren ab.
Selbst verwaltetes Wallet (Self-Custody): Die Schlüssel hältst du selbst. Niemand kann dir den Zugang wie bei einer Börse sperren, aber niemand kann ihn dir auch zurückgeben. Einen Fehler bei der Aufbewahrung der Phrase kannst du keinem Kundendienst melden, denn es gibt keinen.
Selbst verwaltete Wallets unterscheidet man danach, ob der Schlüssel auf einem mit dem Internet verbundenen Gerät liegt. Ein Hot Wallet (App oder Browser-Erweiterung) ist praktisch, aber Schadsoftware ausgesetzt. Ein Cold Wallet, meist ein Hardware-Gerät, hält den Schlüssel außerhalb des Computers und signiert Transaktionen im Gerät. Es ist aus der Ferne schwerer anzugreifen, kann aber ebenfalls verloren gehen, und der Nutzer kann trotzdem eine betrügerische Transaktion signieren.
Merken
- Ein Wallet bewahrt Schlüssel auf, die Coins bleiben auf der Blockchain verzeichnet.
- Die Adresse darfst du teilen, den privaten Schlüssel und die Seed-Phrase niemals.
- Bei einem verwahrten Wallet vertraust du einem Unternehmen, bei einem selbst verwalteten trägst du die ganze Verantwortung selbst.
- Ein Hot Wallet ist praktischer, ein Cold Wallet ist aus der Ferne schwerer anzugreifen, aber nicht unverwundbar.
- Übe vor einem größeren Betrag das Senden und die Wiederherstellung mit einem kleinen.
Wissen testen
Zum Bestehen musst du mindestens zwei Drittel der Fragen richtig beantworten. Du hast beliebig viele Versuche.