Kriptoligaschule · markt · demo-liga

Schule / Grundlagen der Krypto-Assets

Lektion 2 von 6 · 7 Min.

Bitcoin und die Idee des begrenzten Angebots

Ziel der LektionNach dieser Lektion weißt du, wie neue Bitcoin entstehen, warum es höchstens rund 21 Millionen davon gibt und warum ein begrenztes Angebot allein keinen Kursanstieg garantiert.

Bitcoin wurde im Oktober 2008 in einem kurzen Papier unter dem Namen Satoshi Nakamoto beschrieben, das Netzwerk startete im Januar 2009. Bis heute weiß man nicht, wer hinter diesem Namen steht. Bitcoin hat kein Unternehmen, keinen Vorstand und keine Zentrale. Gepflegt wird es von Entwicklern, Minern und Nutzern, die die Software betreiben, und für eine Änderung der Regeln braucht es einen breiten Konsens.

Wie neue Coins entstehen

Miner sammeln Transaktionen in Blöcken und wetteifern darum, wer als Erster eine Rechenaufgabe löst. Der Gewinner hängt den Block an und erhält eine Belohnung: neu geschaffene Bitcoin und die Transaktionsgebühren. Das Netzwerk passt die Schwierigkeit der Aufgabe etwa alle zwei Wochen an, sodass im Durchschnitt etwa alle zehn Minuten ein Block entsteht, unabhängig davon, wie viele Computer teilnehmen.

Alle 210.000 Blöcke, etwa alle vier Jahre, halbiert sich die Belohnung. Dieses Ereignis heißt Halving. 2009 betrug die Belohnung 50 BTC, seit April 2024 sind es 3,125 BTC pro Block.

Du musst keinen ganzen Bitcoin kaufen

Ein Bitcoin lässt sich in 100 Millionen Satoshi teilen. Bei einem hypothetischen Preis von 50.000 € bekommst du für 50 € 0,001 BTC, also 100.000 Satoshi, vor Gebühren. Ein hoher Preis pro Coin bedeutet daher nicht, dass er „zu teuer“ ist, und ein niedriger nicht, dass er „billig“ ist. Das vertiefst du im Modul zu den Fundamentaldaten.

Warum ein begrenztes Angebot interessant ist

Zentralbanken verändern die Geldmenge je nach wirtschaftlicher Lage. Bei Bitcoin ist der Ausgabeplan im Voraus bekannt und schwer zu ändern. Befürworter sehen darin einen Schutz vor Geldentwertung durch Verwässerung. Kritiker entgegnen, ein starrer Plan sei unpraktisch, der Kurs schwanke stark und alltägliche Zahlungen mit Bitcoin blieben selten. Es lohnt sich, beide Sichtweisen zu verstehen.

Nicht alle existierenden Coins sind verfügbar. Ein Teil ist unwiederbringlich verloren, weil die Besitzer ihre Schlüssel verloren haben. Wie viele es genau sind, weiß niemand, denn ein verlorener Coin unterscheidet sich im Netzwerk nicht von einem, der einfach jahrelang ruht.

Merken

  • Neue Bitcoin entstehen als Belohnung für Miner, und im Durchschnitt entsteht etwa alle zehn Minuten ein Block.
  • Die Belohnung halbiert sich alle 210.000 Blöcke, daher bleibt das Gesamtangebot unter 21 Millionen.
  • Bitcoin ist teilbar, daher sagt der Preis eines Coins nicht, ob er teuer oder billig ist.
  • Ein begrenztes Angebot garantiert keinen Kursanstieg, denn die Nachfrage kann sinken, und die historischen Einbrüche waren groß.

Wissen testen

Zum Bestehen musst du mindestens zwei Drittel der Fragen richtig beantworten. Du hast beliebig viele Versuche.

1. Die Miner verdoppeln in diesem Jahr die Leistung ihrer Computer. Was passiert langfristig mit der Geschwindigkeit, in der Blöcke entstehen?
2. Ein Freund sagt: „Bitcoin ist zu teuer, ich kann nicht mal einen kaufen, also kann ich keinen besitzen.“ Was stimmt?
3. Eine Anzeige für einen neuen Token sagt: „Das Angebot ist für immer auf 1 Million Stück begrenzt, wie bei Bitcoin, also wird der Kurs sicher steigen.“ Wo liegt der Denkfehler?