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Schule / Fundamentaldaten und On-Chain

Lektion 3 von 6 · 7 Min.

Halving und Zyklen ohne Mythologie

Ziel der LektionNach dieser Lektion weißt du, was das Halving tatsächlich verändert, wie schwach historische Zyklen als Beleg sind und wie du über sie nachdenken kannst, ohne zu wahrsagen.

Das Halving ist die vorprogrammierte Halbierung der Belohnung für Miner bei Bitcoin. Es findet alle 210.000 Blöcke statt, also ungefähr alle vier Jahre. Die Belohnung für einen neuen Block wurde bisher viermal halbiert: von 50 auf 25 BTC im Jahr 2012, auf 12,5 BTC 2016, auf 6,25 BTC 2020 und auf 3,125 BTC 2024. Das nächste wird nach diesem Plan um 2028 erwartet. So nähert sich die Ausgabe der Obergrenze von 21 Millionen Coins.

Was wir wissen und was wir uns nur erzählen

Fakt ist, dass der Bitcoin-Preis nach den bisherigen Halvings innerhalb von einigen Monaten bis zu einem Jahr oder mehr tatsächlich neue Höchststände erreicht hat und auf diese Höchststände Rückgänge von über 70 % folgten. Daraus entstand die Geschichte vom Vierjahreszyklus. Das Problem liegt in der Stichprobe: Vier Ereignisse sind zu wenig für einen statistischen Schluss.

  • Gleichzeitige Ursachen: Zur selben Zeit änderten sich Zinsen, Geldmenge, Regulierung und Marktzugang. Wir können nicht herausrechnen, was das Halving allein bewirkt hat.
  • Bekannter Zeitplan: Das Datum ist Jahre im Voraus bekannt. War die Wirkung offensichtlich, ist es vernünftig anzunehmen, dass der Markt versucht, sie früher einzupreisen.
  • Der Markt verändert sich: Im März 2024, noch vor dem Halving selbst, erreichte Bitcoin bereits ein neues Rekordhoch, was in früheren Zyklen nicht der Fall war. Dazu trug auch der Start der Spot-Bitcoin-ETFs in den USA Anfang des Jahres bei.
  • Schwindende Größenordnung: Mit jedem Halving sinkt die relative Veränderung der Ausgabe im Verhältnis zum bestehenden Angebot, das bereits über 19 Millionen Coins liegt.

Wie du das praktisch nutzt

Behandle das Halving als breiteren Kontext, nicht als Signal. In deinen Plan kannst du schreiben, dass du in Phasen starker Euphorie, wenn alle von einer „neuen Ära“ sprechen, das Risiko nicht erhöhst, und dass du bei schlechter Stimmung nicht in Panik verkaufst, nur weil es früher so war. Deine Entscheidungen triffst du weiterhin nach deinen eigenen Regeln im Chart und nach der Positionsgröße. Hängt dein Plan davon ab, dass sich der Zyklus auf den Tag genau wiederholt, ist das kein Plan, sondern eine Hoffnung.

Prüfe auch, was mit den Altcoins passiert. Oft heißt es, nach einem Anstieg von Bitcoin komme die „Altcoin-Saison“. Solche Phasen gab es, aber sie sind keine Regel, und viele Token aus früheren Aufschwüngen sind nie wieder auf ihre alten Niveaus zurückgekehrt.

Merken

  • Das Halving halbiert die neue Bitcoin-Ausgabe ungefähr alle vier Jahre.
  • Es verringert das neue Angebot, bestimmt aber nicht die Nachfrage.
  • Vier Halvings sind eine zu kleine Stichprobe für eine Regel, und gleichzeitig wirken andere Ursachen.
  • Die nützlichste Lehre aus den Zyklen ist, wie tief und wie lang Rückgänge sein können.

Wissen testen

Zum Bestehen musst du mindestens zwei Drittel der Fragen richtig beantworten. Du hast beliebig viele Versuche.

1. Ein Kommentator sagt: „Nach allen Halvings ist der Preis gestiegen, also steigt er auch jetzt.“ Was ist der stärkste Einwand?
2. Wie viele neue Coins entstehen bei einer Belohnung von 3,125 BTC und etwa 144 Blöcken pro Tag täglich aus der Blockbelohnung?
3. Dein Plan lautet: „Ich erhöhe das Risiko, weil bis zum Zyklushoch noch zehn Monate bleiben.“ Was stimmt daran nicht?